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Samstag, 03.08.2013  Wetter: Sonne, Wolken, Wind

Der Wind hat die ganze Nacht gewütet. Ein Wunder, dass die Zelte nicht weggeflogen sind. Gleich nachdem Frühstück fahren wir weiter nach Höfn und richten uns auf dem dortigen Campingplatz ein. Der Ort liegt nur 30 km entfernt. Höfn heißt Hafen, und das sagt schon alles aus über die Bedeutung des Fischfangs und seiner Verarbeitung.Das Städtchen liegt auf einer schmalen Landzunge zwischen 2 Fjorden. 1.700Menschen leben hier.  Höfn verfügt überein Schwimmbad, Sportanlagen, ein Info-Center und einen Top Supermarkt. Hier besorgen wir uns Nachschub an Light Oil, das ist ein Leichtbier, was imSupermarkt verkauft werden darf. Normales Bier und andere Alkoholika kann man nur in speziellen Geschäften kaufen. Wir haben das Light Oil, gemischt mit Malzbier, zu unserem Leib- und Magengetränk auserkoren.

 

 

 

Eine kräftige Gemüsesuppe mobilisiert unsere Kräfte. So gestärkt, machen wir einen ausgiebigen Rundgang durch den Ort und besuchen das Fischerei-Museum. Letztendlich landen wir am Hafen. Da ist absolut tote Hose. Alles, was laufen kann, befindet sich auf den Sportplätzen oder in der Sporthalle. Warum das? An diesem Wochenende ist ein großes Turnier im Gange. Fußball und Leichtathletikwerden im Freien ausgetragen, alles andere findet in der Halle statt. Ganz Höfn schaut dem Spektakel zu. Wir verbringen auch einige Zeit beim Frauenfußball und feuern die Spielerinnen an. Fußball scheint – neben dem Schwimmen – die Sportart Nr. 1 zu sein. Allerdings haben wir auch schon sehr viele Golfplätze auf unserer Reise gesehen. Aber Golf hat noch immer einen elitären Beigeschmack.

Am Spätnachmittag kehren wir zum Campingplatz zurück und legen uns auf die faule Haut. Vorhernehme ich noch die Wäsche von der Leine, die ich heute morgen gewaschen haben. Der Wind hat sie in Nullkommanix getrocknet.

Abends gehen wir in’s Schwimmbad, das sich in der Nähe des Campingplatzes befindet. Das Bad ist sehr schön angelegt, aber leider überfüllt. Viele, viele Sportler wollen sich in der Suhle von den Anstrengungen des Wettkampfes erholen. Wir finden trotzdem ein Plätzchen, wo wir uns im warmen Wasser entspannen können.

 

 

 

Sonntag, 04.08.2013

Unsere heutige Etappe führt uns an der Küste entlang auf der Ringstraße, der Nr. 1unter Islands Straßen. Steil zum Meer hin abfallende Berge erinnern uns an die Alpen. Hinter ihnen verborgen liegen die grandiosen Gletscher und Wasserfälle. Eine ganze Kolonie von Singschwänen tummelt sich auf dem Wasser. Auch Graugänse, Möwen und viele andere Seevögel leben im Gebiet der Ostfjorde. Ab und zu fahren wir an einem kleinen Gehöft vorbei. Mehr gibt es nicht zu sehen auf der Strecke. Einfach nur Natur pur. Im Berufjörddur, der weit in’s Landhineinragt, liegt unser Tagesziel, Berunes. Berunes besteht aus einem Bauernhof, einer Jugendherberge und dem Campingplatz. Mehr gibt es nicht.  Wir suchen ein möglichst windgeschütztes Plätzchen, doch das ist schier unmöglich. Es stürmt wie verrückt. Die Temperatur liegt bei 12 Grad. Es sieht nach Regen aus. Abwarten und Tee trinken.

Zur Anmeldung in der Jugendherberge stemmen wir uns gegen den Wind. Bis jetzt sind wir die einzigen Gäste auf dem Campinggelände, auch die Juhe ist derzeit nicht belegt. Im Eingang steht ein PC, der das aktuelle Wetter anzeigt. Das sieht nicht gut aus für die Ostküste. Wann der Wind nachlassen wird, weiß niemand. Er fegt mit 30 m pro Sekunde über das Gebiet, das sind mehr als 100 km/h. Aber er hat auch ein Gutes: er vertreibt den Regen.

 

 

Am Abend können wir einen Spaziergang zum Meer wagen. Der Weg führt über eine Schafweide. Zu sehen bekommen wir lediglich ein paar Graugänse und Enten mit ihren Küken. Es ist immer noch stürmisch und kalt. Wir kämpfen uns gegen den Wind zurück zum Wohnmobil. Inzwischen sind noch andere Camper angekommen, auch zwei Zelte stehen auf dem Platz. An denen zerrt der Wind wie verrückt. Es wird wohl nicht möglich sein, bei diesen Wetterbedingungen eine ruhige Nacht zu verbringen.

Wir essen Abendbrot und machen es uns gemütlich. Soll der Wind doch toben. Unser Wohnmobil schmeißt er so schnell nicht um.

 

 

 

 

 

 

Nach dem Mittagessen hält es uns nicht länger. Wir versuchen unser Glück und trotzen dem stürmischen Wind. Die Fahrt über die Küstenstraße verläuft Gott sei Dank ohne Probleme. Mandus hat alle Hände voll zu tun, um das Auto in der Spur zu halten.Wir umrunden 2 Fjorde, fahren durch einen 6 km langen Tunnel und sind kurz darauf am Ziel. Nach 100 km haben wir Reydarfjördur am gleichnamigen Fjord erreicht. Wir kurven durch den Ort, um Brot zu kaufen, müssen aber feststellen, dass alle Läden geschlossen sind. Warum denn das? Unser Reiseführer klärt uns auf, dass am ersten Montag im August Handelsfeiertag ist. Pech gehabt. Gut, dass wir noch eine Notration an Bord haben.

Der  Campingplatz liegt am Ortseingang bei einem Ententeich. Wir richten und häuslich ein und machen es uns gemütlich. Abends wird gegrillt. Essen müssen wir allerdings im Wohnmobil. Draußen herrschen winterliche Temperaturen. Ein eisiger Wind fegt über den Platz. Nach den hervorragenden Lammkoteletts mit Röstkartoffeln und Gemüse raffen wir uns auf zu einem Verdauungsspaziergang.

Danach kann jeder tun und lassen, was er will. Ich für meinen Teil lese bis zum Abwinken. Jetzt ist es am Abend nicht mehr taghell wie zu Beginn unserer Reise. Aber es ist immer noch genügend Licht vorhanden. Zum Schlafen machen wir alle Schotten dicht. Müdigkeit und Dunkelheit gehören einfach zusammen.

 

 

Dienstag, 06.08.2013  Wetter:  Sonne/Wolken

Heute schließt sich der Kreis. Unser Tagesziel ist Seydisfjördur, der Fährhafen, der Island mit dem europäischen Festland verbindet.

Erster Stopp in Egilstadir. Während ich den Supermarkt unsicher mache, außer Lebensmitteln auch Souvenirs einkaufe, tauscht der beste aller Ehemänner das linke Vorderrad gegen das Reserverad aus. Das Profil war total abgefahren;  wahrscheinlich der Tribut an diverse holperige und löcherige Schotterpisten.Nach dem Reifenwechsel wird das Mobilheim abgewaschen und sieht jetzt wiederaus wie neu; na ja, fast neu.

Egilstadir ist eine junge Ortschaft. Sie wurde erst 1947 gegründet und erhielt 1987 Stadtrechte. Auch die Kirche ist neueren Datums. Sie wurde von einemArchitekten entworfen, der einige Jahre in Stuttgart studiert hat.

 

 

 

 

 

 

 

Weiter geht’s über den Pass nach Seydisfjördur. Tolles Bergpanorama. Auf den Hängenliegt noch Schnee. Am Ziel angekommen, steuern wir den Campingplatz in der Ortsmitte an und richten uns häuslich ein. Tisch und Stühle rausstellen zum Relaxen in der freien Natur. Allerdings muss man sich dazu warm anziehen.

Nach dem Mittagesssen halten wir Siesta. Die Faulenzerei geht bis zum Abend weiter. Wir bewegen uns nicht vom Platz. Das ist keineswegs langweilig, denn es herrscht ein stetiges Kommen und Gehen. Wohnmobile, Wohnwagen und Allradfahrzeuge treffen ein. Bald ist jede freie Fläche zugestellt. Es gibt allerdings noch einen Ausweichplatz in der Nähe.

Der Abend im Wohnmobil vergeht wie im Fluge mit den üblichen Beschäftigungen.

 

 

 

 

Mittwoch,07.08.2013       Wetter: Sonne satt

Am Ende unserer Reise wartet ein sonniger Tag auf uns. Wer hätte das für möglichgehalten? Wir sitzen überwiegend vor dem Wohnmobil und genießen das süße Nichtstun. Dabei kommt man auch mit anderen Campern in’s Gespräch und tauscht Erfahrungen aus. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre.

Zwischendurch drehen wir eine Runde durch den Ort. Seydisfjördur hat ca. 700 Einwohner. Die Menschen leben hauptsächlich vom Fischfang und vom Tourismus. Die verschiedenfarbigen Holzhäuschen aus dem 19. Jahrhundert wurden inzwischen restauriert und prägen nach wie vor das Ortsbild. Vor dem Rathaus erinnert eine Kanone daran, dass deutsche Soldaten 1944 einen Tanker versenkt haben, der im Fjord vor Anker lag. Die Blaue Kirche ist das Wahrzeichen von Seydisfjördur. Hier finden in derSommersaison jeden Mittwochabend Konzerte zeitgenössischer Musiker statt.

 

 

Einmal in der Woche legt die Fähre Norröna im Hafen von Seydisfjördur an und bringt neue Besucher auf die Insel.  Das ist morgen wieder der Fall. Zu dieser Zeit reisen allerdings mehr Gäste ab als Touristen ankommen. Die Saison ist in 3 Wochen beendet.

Grillen am Mittag, Kaffee und Kuchen am Nachmittag. So lässt es sich aushalten. Um nicht vollends einzurosten, gehen wir nochmals spazieren. Touristen und Einheimische strömen in die Blaue Kirche, um das Konzert zu genießen. Wir verzichten freiwillig auf diesen Kunstgenuss und nehmen stattdessen ein Buch zur Hand.

 

 

 

08.08.2013 – Geburtstag –    Wetter: Sonne (naklar J  )

Um 09.00Uhr reihen wir uns am Hafen in die Warteschlange ein. Die Uhren werden wieder 1Stunde vorgestellt. Die Fähre legt um 10.15 Uhr an. Die Verladung der Fahrzeuge kann beginnen. Beifahrer und Mitreisende müssen zu Fuß an Bord gehen. Man will unnötiges Gedränge auf den Autoparkdecks vermeiden. Gegen 12.30 Uhr läuft die Norröna aus. Wir verbringen viel Zeit auf dem Skydeck, obwohl es dort relativkalt und windig ist.

 

 

Leuchtturm von Seydisfjördur

 

Den Kaffee zum 70. Geburtstag nehmen wir in der Cafeteria ein.

Am Abend genießen wir das reichhaltige Buffet. Zur Feier des Tages trinken wir 1 Flasche Weißwein dazu.

Gegen22.00 Uhr lassen wir uns bei Live-Musik in der Cocktailbar auf einen Absacker nieder. Erst als der Geburtstag vorüber ist, suchen wir unsere Kabine auf. Ruhiges Meer – ruhige Nacht! Anlandung auf den Faröer-Inseln um 03.30 Uhr. Vom Ein- und Ausladen der Passagiere bekommen wir gar nichts mit. Um diese Zeitschlafen wir tief und fest.

 

 

09.08.2013      Wetter: Wolken/Wind

Der Tagbeginnt mit einem opulenten Frühstücksbuffet. Danach ziehen wir uns in‘s Freie zurück. Auch heute ist das Sky-Deck unser Lieblingsplatz. Ruhige See, so gut wie keine Abwechslung. Am Nachmittag fahren wir an den Shetland-Inseln vorbei. Sie verbergen sich größtenteils im Dunst. Wir verbringen die Zeit mit Reden, Lesen und auf’s Wasser schauen.

Zum letzten Mal schlagen wir beim abendlichen Buffet zu. Bald ist wieder Schmalhans Küchenmeister. Das ist auch gut so.

Ein Cocktail in der Bar zum guten Schluss. Danach ist Nachtruhe angesagt.

 

 

 

 

 

11.08.2013    Wetter:Regen, Sonne, Wolken

Frühstück um 07.30 Uhr, Kabine räumen bis spätestens 09.30 Uhr. Dann heißt es warten. Anlegen der Fähre gegen 11.00 Uhr.  Kurzer Einkauf, Tanken, Weiterfahrt 13.30 Uhr. Wir fahren in einem Rutsch durch Dänemark und landen auf einem Stellplatz im Hafen von Flensburg. Morgen werden wir die endgültige Heimreise antreten.

 

 

 

 

 

...und tschüss

 

Christa Text

Fotos Mandus 

 

 

 

 

 

 

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